Esperanto, die einzige künstliche Sprache, die zum Leben erwacht ist

Beim Weltkongresses von Esperanto ist es an der Zeit, einen Blick auf diese Sprache Esperanto zu werfen.

Beim Weltkongresses von Esperanto ist es an der Zeit, einen Blick auf diese Sprache zu werfen, die zwar selten die Zielsprache für Geschäftsübersetzungen, juristische oder medizinische Übersetzungen ist, die aber bisher die einzige künstliche Sprache ist, die in eine lebendige Sprache umgewandelt wurde.

Die Gründung von Esperanto

Ludwik Zamenhof Lejzer ist im Jahre 1859 in Bialystok im Norden von Polen geboren. Er drückte seinen Wunsch aus, von klein auf eine faire und egalitäre Sprache für die internationale Kommunikation zu schaffen. Mit 19 Jahren stellte er sein Projekt seinen Klassenkameraden an der High School vor. Nach Abschluss seines Studiums der Augenheilkunde veröffentlichte Zamenhof 1887 in Warschau sein Werk mit dem Titel Internationale Sprache in Russisch, den ersten Führer zum Erlernen von Esperanto überhaupt, unter dem Pseudonym Doktoro Esperanto.

Die Entwicklung des Esperanto im zwanzigsten Jahrhundert

Esperanto hatte von Anfang an großen Erfolg, zuerst im kaiserlichen Russland und dann in Osteuropa. Sie eroberte das übrige Europa im Sturm und gewann in Amerika Anhänger, bevor sie nach dem Russisch-Japanischen Krieg von 1904-1905 in Japan triumphierte. Die ersten Esperanto-Kurse in China wurden 1906 abgehalten. Ein Jahr zuvor fand der erste Esperanto-Weltkongress in Boulogne-sur-Mer statt, ein Ereignis, das die Entstehung des gesprochenen Esperanto (bis dahin war es nur eine Schriftsprache) markierte. Die Verbreitung dieser Sprache verlangsamte sich während der beiden Weltkriege erheblich, gewann aber in den 50er Jahren mit der Gründung zahlreicher Esperanto-Vereine und -Vereinigungen wieder an Dynamik.

Hinsichtlich juristischer und finanzieller Übersetzungen ins Esperanto?

In den 2000er Jahren, mit dem Aufkommen des Internets, begann Esperanto wieder an Popularität zu gewinnen. Heute, so der Linguist Jouko Lindstedt, sprechen 1.000 Menschen auf der Welt Esperanto als Muttersprache, während eine weitere Million Esperanto fließend beherrschen. Mehrere Romane sind in Esperanto veröffentlicht worden, was schließlich dazu geführt hat, dass die Sprache in mehrere andere Sprachen übersetzt wurde.

Linguistische Merkmale

Obwohl der Wortschatz des Esperanto den indoeuropäischen Sprachen recht nahe kommt, ähnelt seine morphologische Struktur der von isolierenden Sprachen wie dem Chinesischen oder agglutinierenden wie dem Japanischen oder Finnischen. Esperanto hat 28 Phoneme, die mit 28 Buchstaben transkribiert werden (22 Buchstaben aus dem lateinischen Alphabet und 6, die zwei diakritische Zeichen verwenden). Seine Rechtschreibung ist perfekt phonologisch: jeder Buchstabe steht für ein einzelnes Phonem.

Lille 2015: Hundertster Esperanto-Weltkongress

Heute, am 25. Juli, wird der 100. Esperanto-Weltkongress in Lille eingeweiht. Das Thema des Kongresses lautet: Lingvoj, valoroj kaj artoj im Inter kulturoj Dialogue (was, wie Sie vielleicht verstanden haben, „Sprache, Kunst und Werte im interkulturellen Dialog“ bedeutet. 110 Jahre nach dem ersten Esperanto-Weltkongress in Bolougne-sur-Mer erwarten die Organisatoren eine Beteiligung von über 3.000 Teilnehmern aus der ganzen Welt.

Übersetzung ins Deutsche: Wiebke Lüth

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