6 zeitgenössische Theorien zur Übersetzung

Es gibt sechs Hauptansätze innerhalb der zeitgenössischen Übersetzungstheorie: den soziolinguistischen Ansatz, den kommunikativen Ansatz, usw.

Heute werden wir ein wenig theoretisch… Schließlich sollte sich der Blog eines Übersetzungsbüros auch in die „trockenen Bereiche“ der Übersetzungstheorie wagen. Stimmt‘s? Es gibt sechs Hauptansätze innerhalb der zeitgenössischen Übersetzungstheorie: den soziolinguistischen Ansatz, den kommunikativen Ansatz, den hermeneutischen Ansatz, den sprachlichen Ansatz, den literarischen Ansatz und den semiotischen Ansatz. Bist du bereit? Los geht‘s…

1. Der soziolinguistische Ansatz

Nach dem soziolinguistischen Ansatz der Übersetzung definiert der soziale Kontext, was übersetzbar ist und was durch Selektion, Filterung und sogar Zensur akzeptabel ist oder nicht. Nach dieser Perspektive ist ein Übersetzer unweigerlich das Produkt seiner Gesellschaft: Unser eigener soziokultureller Hintergrund ist in allem, was wir übersetzen, präsent. Dieser Ansatz ist mit der Schule von Tel Aviv und Figuren wie Annie Brisset, Even Zohar und Guideon Toury verbunden.

2. Der kommunikative Ansatz

Diese Perspektive wird als interpretativ bezeichnet. Forscher wie D. Seleskovitch und M. Lederer entwickelten die sogenannte „Theorie des Sinnes“, die hauptsächlich auf der Erfahrung des Konferenzdolmetschens beruhte. Nach dieser Perspektive muss die Bedeutung übersetzt werden, nicht die Sprache. Sprache ist nichts anderes als ein Vehikel für die Botschaft und kann sogar ein Hindernis für das Verstehen sein. Dies erklärt, warum es immer besser ist, zu deverbalisieren (anstatt Transkodierung), wenn wir übersetzen.

3. Der hermeneutische Ansatz

Der hermeneutische Ansatz basiert hauptsächlich auf der Arbeit von George Steiner, der glaubt, dass jede menschliche Kommunikation eine Übersetzung ist. In seinem Buch After Babel erklärt er, dass Übersetzung keine Wissenschaft, sondern eine „genaue Kunst“ ist: Ein wahrer Übersetzer sollte in der Lage sein, Schriftsteller zu werden, um zu erfassen, was der Autor des Originaltextes „zu sagen“ bedeutet.

4. Der linguistische Ansatz

Linguisten wie Vinay, Darbelnet, Austin, Vegliante und Mounin, die sich für Sprachtext, Strukturalismus und Pragmatiker interessierten, untersuchten ebenfalls den Prozess der Übersetzung. Nach dieser Perspektive sollte jede Übersetzung (ob es sich um eine Marketingübersetzung, eine medizinische Übersetzung, eine juristische Übersetzung oder eine andere Art von Text handelt) unter dem Gesichtspunkt ihrer grundlegenden Einheiten betrachtet werden; das heißt, das Wort, das Syntagma und der Satz.

5. Der literarische Ansatz

Nach dem literarischen Ansatz sollte eine Übersetzung nicht als sprachliches, sondern als literarisches Unterfangen betrachtet werden. Sprache hat eine „Energie“: Diese manifestiert sich in Worten, die das Ergebnis des Erlebens einer Kultur ist. Diese Energie gibt ihr Kraft, was letztlich bedeutet: Das ist es, was der Übersetzungsautor übersetzen sollte.

6. Der semiotische Ansatz

Semiotik ist die Wissenschaft, die Zeichen und Bedeutung untersucht. Damit es eine Bedeutung gibt, muss es daher eine Zusammenarbeit zwischen einem Zeichen, einem Objekt und einem Dolmetscher geben. Aus der Perspektive der Semiotik wird die Übersetzung als eine Möglichkeit betrachtet, Texte zu interpretieren, in denen der enzyklopädische Inhalt variiert und jeder soziokulturelle Kontext einzigartig ist.

Übersetzung ins Deutsche: Wiebke Lüth

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